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15.8.2010: (www.donaukurrier.de) Faustschläge und Tritte gehören zum Spiel Sinning (ahl) Unten im Schlosshof werkeln bereits die Bühnenbauer, oben im Rittersaal stellt Organisator Michael von Gumppenberg mit den Schlossbesitzern Gisela und Nicolaus Drossbach das Programm des ersten Weveldschen Landsknechtstreffens vor. Es findet von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. September, auf Schloss Sinning statt. Zünftig bei Festbier und flankiert von Musketier und leichtem Reiter (ohne Pferd) auf der linken sowie Feldwebel und Schreiberling (mit Halskrause) auf der rechten Seite, lässt Gumppenberg die größte Neuigkeit eher beiläufig fallen: Erstmals in Deutschland wird es ein uriges Fußballspiel der besonderen Art geben. Calcio Storico, beheimatet in Florenz und heute noch dort gepflegt, ist allerdings eher ein Kampf- denn ein Ballspiel. In seiner Urform treten zwei Mannschaften mit jeweils 27 Spielern gegeneinander an, Regeln gibt es keine. "Fairness ist etwas für Engländer", kommentiert Gumppenberg trocken, ergänzt aber, dass er das Ganze leicht entschärft und einen Regelrahmen erstellt hat, der sich an Rugby orientiert. So darf der Ball nach vorne nur getreten, nach hinten geworfen werden. Auch Familie Drossbach wird von der Ankündigung überrascht. "Typisch Florentiner", befindet Historikerin Gisela Drossbach, nachdem sie Einzelheiten erfahren hat. "Frauen dürfen eher weniger mitspielen", antwortet Gumppenberg auf ihre rhetorische Frage – rhetorisch, weil die Spieler "nur Hosen" tragen und überall sonst mit Olivenöl eingeschmiert werden, damit der Gegner "nicht hängen bleibt". Denn "Faustschläge, Tritte und Würgegriffe gehören zum Repertoire der Spieler", erklärt der Organisator, "allerdings wird gebeten, nicht zu beißen, zu kratzen und an den Haaren zu ziehen". In solchen Fällen soll der Schiedsrichter, den es trotz relativer Regellosigkeit geben wird, auf die aus je fünf Spielern bestehenden Mannschaften einwirken. Auf die Idee, das florentinische Spiel, das tatsächlich eine der historischen Säulen des heutigen Fußballspiels sein soll, beim Landsknechtstreffen in Sinning zu inszenieren, kam Gumppenberg, als er "darüber nachdachte, womit sich die Landsknechte die Zeit im Lager vertreiben können". Antreten werden gegeneinander die im Schlosspark lagernden Landsknechtsgruppen der Wallersteiner Landsknechte, Landsknechtshaufen zu Merchingen, Neuburger Landsknechte, Kaiserburgschützen Oberhausen, Regiment Alt-Tilly Altötting, Fähnlein Hochprandt Schrobenhausen, der Landsknechttross 1504 Thierhaupten und – kürzlich auf dem Kaltenberger Ritterturnier geworben – die Wasserburger Landsknechte. Rund 350 Mitwirkende erwarten die Besucher des historischen Spektakels am ersten Septemberwochenende auf dem Schloss, das gegen Ende des 30-jährigen Krieges erbaut wurde. Es passt also in die Zeit, auch wenn Gisela Drossbach trocken anmerkt: "Einen Schweden hat das Schloss nie gesehen". Jedenfalls keinen Landsknecht der damaligen Zeit. Anders sieht es mit den Vorfahren von Nicolaus Drossbach aus, denn die von Weveld waren aktiv in den 30-jährigen Krieg eingebunden, allen voran Ahnherr Anton Weveld, der 1644 eben deshalb in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Beim ersten Treffen sammeln sich die Truppen, gestürmt wird das Schloss dann am Sonntag, 5. September, um 14 Uhr. Der Schwedensturm und das folgende Gefecht mit Kanonen und Musketen dürften der absolute Höhepunkt des ersten Weveldschen Landsknechtstreffens auf Schloss Sinning werden. Zuvor aber werden die Truppen aufgefüllt – notfalls auch mit Zivilsten. Wenn der Wallersteiner Obrist neue Rekruten mustert, werde kein Auge trocken bleiben, "das wird ein ganz besonderes Ereignis - lehrreich und amüsant", kündigt Gumppenberg an. Abends um 22 Uhr soll das Schloss mit Kanonendonner und Feuerzauber sinnbildlich in Flammen stehen. Auch für Kinder ist einiges geboten, Kulinarisches gibt es aus aller Welt für Groß und Klein. Großen Wert legen die Veranstalter auf Authentizität, schließlich soll das Landsknechtstreffen für die Besucher zur Zeitreise werden. "Ja, wir hoffen da besonders auf unsere Neuburger", sagt Gisela Drossbach auf die Frage, ob die Gäste auch historisch gewandet erscheinen sollen? Der historische Markt öffnet am Freitag, 3. September von 16 bis 24 Uhr, am Samstag, 4. September, von 10 bis 24 Uhr, und am Sonntag, 5. September, von 10 bis 20 Uhr. Eintrittspreise vier Euro pro Tag oder sechs Euro für das ganze Wochenende, Kinder bis 1,40 Meter (Schwertmaß) frei. Schlossführungen werden regelmäßig angeboten, größere Gruppen können sich schon vorab dazu anmelden, schloss.sinning@googlemail.com. Von Andrea Hammerl 15.08.2010: (www.augsburger-allgemeine.de) Die Landsknechte schlagen sich auf Schloss Sinning Sinning Die Degen klirren, Hämmer und Sägen hört man quer durch den Schlossgarten. Die Vorbereitungen für das mittelalterliche Spektakel in Sinning laufen auf Hochtouren. Und die Besucher dürfen sich auf einiges freuen beim Weveld'schen Landsknechtstreffen, wie die Organisatoren versprechen. „Erstmalig in Deutschland tragen wir ein mittelalterliches Fußballturnier aus. Das sogenannte „Calcio Storico", eine Art Ur-Fußball, wird sonst nur in Florenz gespielt", erklärte Michael von Gumppenberg, der zusammen mit Nicolaus und Gisela Drossbach das Fest plant. Das Weveld'sche Landsknechtstreffen katapultiert die Zuschauer mitten hinein in das 17. Jahrhundert, in die Zeit des 30-jährigen Krieges. Und ganz nach dem Motto „Geschichte hautnah erleben - mittendrin statt nur dabei", verspricht von Gumppenberg ein Lagerleben, in dem die Akteure wie Söldner leben. „Acht Landsknechtsgruppen aus Neuburg, Merchingen, Wallerstein, Oberhausen, Altötting, Schrobenhausen, Wasserburg und Tierhaupten haben sich angekündigt. Außerdem werden 50 historische Marktstände vertreten sein." „Obristentrunk" Erzählt Nicolaus Drossbach vom Kulinarischen, spricht er von Landsknechtspfannen und von Hexenfladen. Auch orientalische Gaumenfreuden werden feilgeboten, denn auch das Essen soll authentisch sein und die mittelalterliche Zeit repräsentieren. Speziell für dieses Fest hat die Brauerei Kühbach einen naturtrüben „Obristendrunk" gebraut. „Und ein Marxheimer Gastronom hat extra für das drei Tage dauernde Fest mit viel Liebe einen historischen Stand gebaut", weiß Drossbach. Musiker werden durchs Lager ziehen. Söldner werden gemustert, Gaukler und fahrende Künstler sorgen zudem für Spannung und Kurzweil. Ja, und dann das mittelalterliche Fußballturnier: Eigentlich erinnert es eher an Rugby. „Gespielt wird mit einer Lederkugel und erlaubt ist fast alles. Die einzige wirkliche Regel lautet: Der Ball muss in Bewegung bleiben", erklärt von Gumppenberg. Die Spieler haben dabei nur Hosen an und werden vorher mit Olivenöl eingerieben. „Jede Landsknechtstruppe stellt eine Mannschaft und wir werden einen Turniersieger ermitteln." Das Fest beginnt am Freitag, 3. September um 16 Uhr und dauert bis 5. September abends um 20 Uhr. Am Samstag und Sonntag geht's schon um 10 Uhr los. Zapfenstreich ist am Freitag und Samstag um 24 Uhr, am Sonntag endet das Fest um 20 Uhr mit einem musikalischen Ausklang. Außerdem wird am Sonntag um 10 Uhr eine Feldmesse mit Fahnenweihe stattfinden. Tickets: Die Tageskarte wird vier Euro, die Drei-Tageskarte sechs Euro kosten. Das gesamte Programm findet man auch im Internet. www.schloss-sinning.de Von Manfred Dittenhofer 14.07.2009: (http://www.donaukurier.de/) Swingende Melodien vor romantischer Kulisse Sinning (DK) Ein Schlosshof ist die perfekte Kulisse für ein Open-Air-Konzert. So lassen es sich rund 200 Musikfreunde nicht nehmen, das erste Konzert im weitläufigen Hof des Sinninger Schlosses mitzuerleben und den swingenden Klängen des Orchesters Cassablanka zu lauschen. Die Gastgeber hätten keine Kosten und Mühen gescheut, um genügend Platz zu schaffen, spielt Oberhausens Bürgermeister Fridolin Gößl auf den jüngst abgerissenen Kuhstall an. Dort, wo einst das Milchvieh stand, steht am Sonntagnachmittag ein Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Sinning, die in der Pause mit gekühlten Getränken und Steaksemmeln Hunger und Durst zu Leibe rückt. Die Gastgeber hätten keine Kosten und Mühen gescheut, um genügend Platz zu schaffen, spielt Oberhausens Bürgermeister Fridolin Gößl auf den jüngst abgerissenen Kuhstall an. Dort, wo einst das Milchvieh stand, steht am Sonntagnachmittag ein Wagen der Freiwilligen Feuerwehr Sinning, die in der Pause mit gekühlten Getränken und Steaksemmeln Hunger und Durst zu Leibe rückt. Der Bürgermeister fasst sich unterdessen kurz, denn er hat schon beim Einspielen der sechs Musiker registriert: "Wenn die Musik spielt, dann hört der Regen auf." Von Regen ist tatsächlich nur noch in der Moderation von Ensembleleiter Alexander Großnick die Rede – das Wetter hält gut zwei Stunden lang, und die vereinzelten Tropfen zu Beginn bleiben die einzigen. "Frauen sind so schön, wenn sie lieben" – der Titel allein verrät schon, dass die Musiker ihr Publikum um etliche Jahrzehnte zurückversetzen werden. Swing der 20er, 30er und 40er steht auf dem Programm, teils bekannte Melodien wie "Kleine Möwe, flieg nach Helgoland", oft aber wenig Bekanntes wie "Ich steh mit Ruth gut". Vielleicht ist das der Grund, dass sich das Publikum anfangs ein wenig schwer damit tut, so richtig mitzugehen? Die Konzertbesucher werden erst nach der Pause etwas munterer – Großnicks Aufforderung, wer die Lieder kenne, dürfe gern mitsingen, verhallt immer noch ungehört, dafür wird jetzt mitgeklatscht. Im zweiten Teil erfreuen die Musiker mit leicht abgewandeltem Programm mit New Orleans Musik und Dixieland. Die Klarinette von Sylvia Großnick, die aus gesundheitlichen Gründen nach der Pause nicht mehr mitmacht, ist einfach nicht zu ersetzen. Umso höher ist zu bewerten, dass Alexander Großnick (Saxophon, Klarinette), Arnold Kinzel (Trompete), Valentina Kinzel (Klavier), Alexander Fuchs (Kontrabass) und Dominik Bockelt (Schlagzeug) das Programm bravourös über die Runden retten. Mit der Battle Hymn in Dixieversion als Zugabe verabschiedet sich Cassablanka von den Konzertbesuchern, die sich überwiegend recht angetan zeigen. Ganz besonders von Alexander Fuchs, der als einziger Profi im Ensemble mit einem Basssolo aufhorchen lässt. Von Andrea Hammerl 2.1.2009: (www.donaukurier.de) Ahnengalerie und Anekdoten Sinning (DK) Viele Jahrhunderte war es der Öffentlichkeit nicht zugänglich – jetzt öffnen sich die Türen von Schloss Sinning regelmäßig zu Schlossführungen durch den repräsentativen Renaissancebau, den angebauten barocken Seitenflügel und die großzügige Gartenanlage des Wasserschlosses, das nach wie vor von einem Graben umgeben wird, was für die Fundamente unerlässlich ist. Gisela Drossbach ist als Historikerin natürlich prädestiniert dafür, fundiert durch das Schloss zu führen, wenn auch ihr Fachgebiet, die mittelalterliche Geschichte, weiter zurück datiert. Bei den Burgen der Vormoderne wären die Türme nicht nur angedeutet worden wie hier rechts und links am Renaissancebau, der um 1640 errichtet wurde. Zwei echte Türme sind aber dennoch vorhanden, wie im weiteren Verlauf der Führung zu erfahren ist. Im einen befindet sich die Schlosskapelle, die derzeit restauriert wird, der andere beherbergte das Verlies, wie Julius Drossbach genüsslich berichtet. Einen eigenen Ausgang habe der Gefängnisturm nicht gehabt, damit die Gefangenen, sofern sie einen Fluchtversuch wagten, durch das ganze Schloss hindurch mussten. Was dem 15-jährigen Sohn des Schlossherrn und früher wohl den Wachen durchaus zupass gekommen sein mag, dürfte aber den Damen des Hauses eher weniger gefallen haben, doch darüber schweigt das hauseigene Archiv wohl, und Julius ebenso. Vielleicht aber waren die Verbrecher, die der niederen Gerichtsbarkeit unterlagen, gar nicht so zum Fürchten? Ging es doch hauptsächlich um kleinere Delikte, wie Diebstahl oder Ehestreitigkeiten . . . Große Nachfrage Die Hofmarksherren von Weveld, deren Nachfahre Nicolaus Drossbach ist, waren hohe Verwaltungsbeamte an den Höfen der Herzöge von Pfalz-Neuburg. Der Weveldsche Ahnherr Anton war Generalfeldmarschall unter Kaiser Ferdinand III. Er hatte sich durch militärische Verdienste im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) ausgezeichnet, weshalb er 1644 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Ansässig in Sinning wurde aber erst Freiherr Adam Wilhelm von Weveld 1721, also rund 80 Jahre später. Im Schloss sind zahlreiche Gemälde der Ahnherren zu sehen, manche der Herren sind noch nicht einmal identifiziert. Gisela Drossbach geht ausgesprochen humorvoll mit ihnen um, den Ahnherren wie den Gemälden, ein Augenzwinkern hier, eine kleine Anekdote da. Wozu wohl das merkwürdig geformte tellerähnliche Porzellanteil in ihrer Hand diente? Die Besucher dürfen raten und liegen prompt erst einmal daneben. Nicht nur brave Beamte Zehn Führungen hat es bis jetzt gegeben, die Nachfrage unter den Sinningern ist hoch, aber auch aus Neuburg kommen Gäste, um einen Blick ins Fürstenzimmer oder in den Saal zu werfen, der neuerdings als Trauzimmer dienen soll. Wie er beheizt wird, das verrät der Schlossherr persönlich. Geschichte und Geschichten werden lebendig und nicht alle von Wevelds waren brave Hofbeamte. Da gab es auch Joseph von Weveld, der dem Malteserorden angehörte oder Johann Baptist, der zu König Ludwigs I. Zeiten höchst gestrenger Gefängnisleiter in München-Au war und nach einem Duell bis nach Sachsen floh, ehe er von der bayerischen Polizei verfolgt ins eigene Gefängnis zurück überstellt wurde – wiederum als Direktor, wohl gemerkt. Für die Gartenführung nimmt sich Julius mindestens eine dreiviertel Stunde Zeit. Zeit, um in den zum Partyraum umgebauten Ochsenstall zu schauen, in der alten Schreinerei noch funktionstüchtiges Werkzeug aufzuspüren oder eine alte Lore aus der Ziegelei zu betrachten. Bei Regenwetter aber kommt der Garten selbst ein wenig zu kurz – was nicht am jungen Führer liegt. "Das ist neuer Rekord", stellt er nach 25 Minuten mit Blick auf die Uhr fest und wundert sich, "warum die Leute nur so rennen" Anmeldungen zur Führung durch Schloss Sinning nimmt die Gemeinde Oberhausen unter Telefon (0 84 31) 6 79 40 entgegen, Termine werden bekannt gegeben, sobald genügend Interessierte zusammengekommen sind. Gruppenanmeldungen ab zehn Personen sind willkommen. Von Andrea Hammerl 17.2.2008: ( http://www.donaukurier.de/) Oberhausener Kinder erleben Geschichte ihrer Heimat Oberhausen (ahl) Im Zeichen des landesweiten Schülerwettbewerbs "Erinnerungszeichen" haben sich die Buben und Mädchen der Oberhausener Grundschule Schloss Sinning gewidmet. "Warum heißen sie nicht mehr von Weveld" Ganz viele Fragen hatten die Viertklässler der Grundschule Oberhausen an Familie Drossbach auf Schloss Sinning. Wie viele Zimmer das Schloss hat, und was es wert ist, ob es noch Pferdeställe gibt, wie alt es ist und welche Farbe es früher hatte. Der Ausflug auf den alten Adelssitz war der Höhepunkt in der Vorbereitung des Schülerlandeswettbewerbs "Erinnerungszeichen", dem sich die Oberhausener Grundschule stellt. Seit Dezember wurde eifrig unter Anleitung von Schulleiterin Gertraud Beck, zugleich Klassleiterin der 4a, sowie Anja Jacobsen und Franz Neumeier als Klassenleiter der 4b, geforscht, gemalt und geschrieben. Heraus kam eine liebenswerte kleine Ausstellung, die nicht nur von Leben und Werk der Familie von Weveld auf Sinning zeugt, sondern genauso von Lerneifer, Interesse und Engagement der Jungforscher, die zunächst mit der Führung durch Schloss und Parkanlage und nun mit großem Besucherandrang zur Ausstellungseröffnung belohnt wurden. Welchen Seltenheitswert so ein Besuch im Schloss hat, wurde nicht nur in den Reden der Ehrengäste deutlich. "Lukas hat mich schon so oft gefragt, warum man nicht ins Schloss rein darf", erzählte eine Mutter aus Sinning. Und auch Bürgermeister Fridolin Gößl hat den großen Saal im Schloss erst ein einziges Mal zu Gesicht bekommen, weshalb er sich für die Kinder ganz besonders freut. Die nahmen dorthin ihre Hausschuhe mit, um die Teppiche nicht zu beschmutzen, erfahren die amüsierten Vernissagebesucher aus Pias Bericht über den Ausflug, den Luis mit Einzelheiten aus dem Schlosspark ergänzt, wo ihn Wassergrabenreste, Bärenfalle und Hostieneisen am meisten beeindruckten. Gespenst inklusive Gespenster dürfen natürlich nicht fehlen. Julius Drossbach (14) konnte auf Nachfrage der Viertklässler zwar nur mit einer kurzen Erzählung seiner Großmutter Gertrud Freifrau von Weveld, dienen, wonach es einen Geist "hinter einer Tür ganz oben im Schloss" gebe, aber das genügte schon, die Fantasie der Schüler anzuregen. Und so erscheint nicht nur ein leibhaftiges Bettlakengespenst zur musikalisch von den Schülern umrahmten Vernissage, sondern zahlreiche Gespenstergeschichten bevölkern zudem eine Stellwand sowie das Begleitheft und werden die Jury im Kultusministerium wohl das Gruseln lehren. "Keine Schule in Bayern hat eine so versierte Spezialistin zur Seite gehabt", bedankte sich Beck besonders bei Gisela Drossbach, die als Privatdozentin für Geschichte das Projekt auch fachlich bestens unterstützte, sich während der Vernissage aber eher mit Ehemann Nicolaus und den Kindern Julius und Eleonore dezent im Hintergrund hielt. Dort stand auch Landrat Richard Keßler, der sich allerdings doch noch Zeit für eine kleine Rede ausbat. "So macht man Geschichte für die nachwachsende Generation erlebbar", lobte er das Projekt als "tolles Beispiel im Landkreis", das Heimatbewusstsein schaffe – eine wichtige Voraussetzung dafür, sich später für seine Heimat zu engagieren. Was mit Hilfe von Familie Drossbach, Kreisheimatpfleger Manfred Veit, der Zeitzeugen Maria und Karl Dubitzki, Maria Gieß und Therese Theel sowie Ludwig Ried als Leiter des Arbeitskreises Geschichte bei den Recherchen der Schüler über das Leben auf dem Sinninger Schloss (damals wie heute), die alte Ziegelei und die Schlosswirtschaft herauskam, ist noch bis Ende der Woche im Foyer der Grundschule Oberhausen zu besichtigen, und zwar bis Freitag, 22. Februar, während der Unterrichtszeiten am Vormittag. Am Sonntag, 24. Februar, öffnen Margot Partzsch und Gerti Göbel von 9.30 bis 12 Uhr, am Nachmittag steht Gertraud Beck von 14 bis 16 Uhr für Fragen bereit. Von Andrea Hammerl 12.9.2008: (http://www.augsburger-allgemeine.de) Fürstlich heiraten auf Schloss Sinning Oberhausen (clst) - In Oberhausen kann man künftig fürstlich heiraten. Ein prunkvoller Saal im Schloss Sinning wurde als Trauungsraum gewidmet. Wer möchte, kann für seine standesamtliche Trauung den Saal mieten. "Das ist sehr repräsentativ, wenn wir das anbieten können", ist sich Bürgermeister Fridolin Gößl sicher. Auch die Schlossherrin Gisela Drossbach freut sich, dass künftig in ihren Wänden geheiratet werden kann. Zwischen 50 und 60 Personen haben in dem Saal Platz, bei Bedarf kann auch ein Partyservice gebucht werden. Gisela Drossbach denkt sogar noch weiter: Wer möchte, kann seine komplette Hochzeit mit Übernachtung im Schloss feiern. Allerdings müssen dazu erst die Zimmer renoviert werden. Vier Doppelzimmer, ein Badezimmer und ein zusätzliches WC stünden dann für die Hochzeitsgesellschaft zur Verfügung. "Momentan sind noch keine Übernachtungen möglich, aber wenn wir wissen, dass Interesse besteht, machen wir uns an die Arbeit", sagt die Historikerin im Gespräch mit der Neuburger Rundschau. Bis dahin sind lediglich Trauungen im Sinninger Schloss möglich. 05.11.2008: (www.donaukurrier.de) Es fehlen nur mehr die Brautpaare Sinning (DK) Der Saal steht bereit – jetzt fehlen nur noch die Brautpaare. Wer in besonderem Ambiente heiraten will, der findet auf Schloss Sinning den richtigen Rahmen für den schönsten Tag im Leben. Die Idee, auf dem Stammsitz der Familie Weveld einen Raum für standesamtliche Trauungen zu widmen, hatte ursprünglich Bürgermeister Fridolin Gößl, der sich nun freut, ein solches Angebot innerhalb der Gemeinde Oberhausen machen zu können. Bei Familie Drossbach stieß er auf offene Ohren, zumal Gisela und Nicolaus Drossbach weitere Ideen haben, wie das Schloss interessierten Besuchern zugänglich gemacht werden kann. Ledergebundene Bände Das erste Konzert – noch für geladene Gäste – fand Ende September im Rahmen der Dorfkulturtage statt, weitere sollen folgen. Nicht nur der etwa 60 Personen Platz bietende Saal ist dafür prädestiniert, sondern auch Schlosshof und die mittelalterliche Eigenrechtskirche St. Wolfgang werden in die Pläne einbezogen. "Die meisten sehen in St. Wolfgang eine Wallfahrtskirche, tatsächlich aber war sie primär die Grablege der Hofmarksfamilien", erzählt Gisela Drossbach aus der langen Familiengeschichte ihres Mannes, dessen Mutter eine geborene von Weveld war. Wenn die Professorin für mittelalterliche Geschichte Besucher durchs Schloss führt, ist einiges geboten. Gut eine Stunde lang weiß Drossbach aus der Adelsgeschichte zu erzählen, zeigt Originalurkunden, alte Siegel und Stempel, Tagebücher und natürlich die Räume auf Schloss Sinning, darunter die Adelsbibliothek, die die "juristische und ökologische Fachliteratur des 19. Jahrhunderts widerspiegelt", wie die Historikerin mit einem Augenzwinkern anmerkt. Schön anzusehen sind sie allemal, die ledergebundenen, ehrwürdigen Bände, die die Wände bis unter die Decke zieren. Nur die beiden Laptops, die sich auf dem Schreibtisch gegenüber stehen, deuten unmissverständlich auf das 21. Jahrhundert hin. Ein märchenhafter Arbeitsplatz, den sich Gisela Drossbach und Sohn Julius hier ausgesucht haben. Lachend zieht sie Parallelen zu Schlossführungen in Frankreich und England, wo der Hausherr noch kurz vor der Führung schnell sein Zimmer verlässt, so dass der Tabakrauch noch darinnen hängt, wenn die Besucher es betreten. Seit September müssen Freunde alter Schlösser nun nicht mehr unbedingt nach Frankreich fahren, sondern finden in Sinning ebenfalls Sehenswertes. Julius ist für den Außenbereich zuständig, für den großen Park, die Figurenensembles, alte landwirtschaftliche Geräte, für Ochsenstall, Marstall und Schreinerei. Nicht zu vergessen den Gefängnisturm, wo verschiedene Folterinstrumente wie Handschellen und Daumenschrauben – die übrigens nach Rosenheim zur Landesausstellung ausgeliehen waren – zu bewundern sind. Umbau läuft Im Umbau befinden sich derzeit das Hochzeitszimmer, bislang Gästezimmer der Familie, sowie Bad und weitere zwei Zimmer, die einer Hochzeitsgesellschaft mitvermietet werden können. "Das Bett ist schon da, nur der Himmel fehlt noch", kommentiert Drossbach beim Rundgang den halbfertigen Raum, dessen Wände noch mit weiteren Porträts geschmückt werden sollen. Bis zum Frühjahr sollen die Räume zur Verfügung stehen. Natürlich ist für ein komplettes Hochzeitsangebot auch eine Kirche nötig. St. Wolfgang bietet etwa 100 Gästen der kirchlichen Trauung Platz. "Auch für Taufen geeignet", denkt der 15-jährige Julius schon einen Schritt weiter. Das letzte Kind, das in St. Wolfgang getauft wurde, war seine jüngere Schwester Elli. Von Andrea Hammerl 02.01.2009:(http://www.donaukurier.de/) Ahnengalerie und Anekdoten Sinning (DK) Viele Jahrhunderte war es der Öffentlichkeit nicht zugänglich – jetzt öffnen sich die Türen von Schloss Sinning regelmäßig zu Schlossführungen durch den repräsentativen Renaissancebau, den angebauten barocken Seitenflügel und die großzügige Gartenanlage des Wasserschlosses, das nach wie vor von einem Graben umgeben wird, was für die Fundamente unerlässlich ist. Gisela Drossbach ist als Historikerin natürlich prädestiniert dafür, fundiert durch das Schloss zu führen, wenn auch ihr Fachgebiet, die mittelalterliche Geschichte, weiter zurück datiert. Bei den Burgen der Vormoderne wären die Türme nicht nur angedeutet worden wie hier rechts und links am Renaissancebau, der um 1640 errichtet wurde. Zwei echte Türme sind aber dennoch vorhanden, wie im weiteren Verlauf der Führung zu erfahren ist. Im einen befindet sich die Schlosskapelle, die derzeit restauriert wird, der andere beherbergte das Verlies, wie Julius Drossbach genüsslich berichtet. Einen eigenen Ausgang habe der Gefängnisturm nicht gehabt, damit die Gefangenen, sofern sie einen Fluchtversuch wagten, durch das ganze Schloss hindurch mussten. Was dem 15-jährigen Sohn des Schlossherrn und früher wohl den Wachen durchaus zupass gekommen sein mag, dürfte aber den Damen des Hauses eher weniger gefallen haben, doch darüber schweigt das hauseigene Archiv wohl, und Julius ebenso. Vielleicht aber waren die Verbrecher, die der niederen Gerichtsbarkeit unterlagen, gar nicht so zum Fürchten? Ging es doch hauptsächlich um kleinere Delikte, wie Diebstahl oder Ehestreitigkeiten . . . Große Nachfrage Die Hofmarksherren von Weveld, deren Nachfahre Nicolaus Drossbach ist, waren hohe Verwaltungsbeamte an den Höfen der Herzöge von Pfalz-Neuburg. Der Weveldsche Ahnherr Anton war Generalfeldmarschall unter Kaiser Ferdinand III. Er hatte sich durch militärische Verdienste im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) ausgezeichnet, weshalb er 1644 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Ansässig in Sinning wurde aber erst Freiherr Adam Wilhelm von Weveld 1721, also rund 80 Jahre später. Im Schloss sind zahlreiche Gemälde der Ahnherren zu sehen, manche der Herren sind noch nicht einmal identifiziert. Gisela Drossbach geht ausgesprochen humorvoll mit ihnen um, den Ahnherren wie den Gemälden, ein Augenzwinkern hier, eine kleine Anekdote da. Wozu wohl das merkwürdig geformte tellerähnliche Porzellanteil in ihrer Hand diente? Die Besucher dürfen raten und liegen prompt erst einmal daneben. Nicht nur brave Beamte Zehn Führungen hat es bis jetzt gegeben, die Nachfrage unter den Sinningern ist hoch, aber auch aus Neuburg kommen Gäste, um einen Blick ins Fürstenzimmer oder in den Saal zu werfen, der neuerdings als Trauzimmer dienen soll. Wie er beheizt wird, das verrät der Schlossherr persönlich. Geschichte und Geschichten werden lebendig und nicht alle von Wevelds waren brave Hofbeamte. Da gab es auch Joseph von Weveld, der dem Malteserorden angehörte oder Johann Baptist, der zu König Ludwigs I. Zeiten höchst gestrenger Gefängnisleiter in München-Au war und nach einem Duell bis nach Sachsen floh, ehe er von der bayerischen Polizei verfolgt ins eigene Gefängnis zurück überstellt wurde – wiederum als Direktor, wohl gemerkt. Für die Gartenführung nimmt sich Julius mindestens eine dreiviertel Stunde Zeit. Zeit, um in den zum Partyraum umgebauten Ochsenstall zu schauen, in der alten Schreinerei noch funktionstüchtiges Werkzeug aufzuspüren oder eine alte Lore aus der Ziegelei zu betrachten. Bei Regenwetter aber kommt der Garten selbst ein wenig zu kurz – was nicht am jungen Führer liegt. "Das ist neuer Rekord", stellt er nach 25 Minuten mit Blick auf die Uhr fest und wundert sich, "warum die Leute nur so rennen" Anmeldungen zur Führung durch Schloss Sinning nimmt die Gemeinde Oberhausen unter Telefon (0 84 31) 6 79 40 entgegen, Termine werden bekannt gegeben, sobald genügend Interessierte zusammengekommen sind. Gruppenanmeldungen ab zehn Personen sind willkommen. Von Andrea Hammerl
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