Ahnherr ist Anton Weveld, der 1644 von Kaiser Ferdinand III. in den Reichsfreiherrnstand erhoben wurde. Er war Generalfeldmarschall im Dreißigjährigen Krieg und hatte sich durch militärische Leistungen ausgezeichnet. Doch kriegerische Meriten allein reichten nicht aus, um in den Adelsstand erhoben zu werden, hohe pekuniäre Leistungen waren erforderlich. Diese hatte der künftige Freiherr durch landesweiten Plünderungszüge zusammengetragen, und schuf damit die Grundlage für eine aufwendige adelige Lebensweise.

 1721 erwarb sein Nachfahre Wilhelm Adam von Weveld das Sinninger Schloss sowohl durch Heirat als auch durch Kauf. Den Renessaincebau, der ca. 1660 nach dem Dreißigjährigen Krieg von dem Freiherrn Franz von Giese errichtet worden war, ließ er um einen barocken Flügel und bedeutenden Wirtschaftsgebäude erweitern.

 

Von der prunkvollen französischen Gartenanlage zeugt ein Schlossplan, den Christoph Anton Freiherr von Weveld 1769 durch den Neuburger Kartographen Matthias Schöpfer erstellen ließ.


In der Zeit der Abschaffung der Vorrechte des Adels in Bayern wurde Johann Baptist Freiherr von Weveld hoher Beamter unter König Ludwig I., nämlich Gefängnisdirektor in München-Au. Nach seiner Pensionierung im Alter von 53 Jahren wandelte er den Sinninger Gutsbetrieb in einen industriellen Landwirtschaftsbetrieb mit Ziegelei, Bräuhaus und Gärtnerei um.

Schlechte Erträge und die Entwertung des Geldes aus der gerade verkauften Ernte am sogenannten „Schwarzen Freitag" von 1929 stürzten Gutsbesitzer Wilhelm von Weveld in tiefe Schulden. Sein Nachfolger Heribert von Weveld wurde vom regierenden System zur Zwangsentschuldung durch Verkauf des heute sogenannten „Weveldhauses" in der Neuburger Oberstadt getrieben.

Heutiger Besitzer ist Nicolaus Drossbach, Sohn der Gertrud Amalie Freifrau von Weveld und Hubert Maximilian Drossbach.